Vertikaler Pflanzenturm

Wer kennt es nicht, dass Gärtners‘ grösstes Leidwesen: so viele Pflanzen und so wenig Platz! Da habe ich den vertikalen Pflanzenturm entdeckt, der nicht nur gut aussieht, sondern bei dem man auch in die Vertikale anpflanzen kann.

Also. Da war dieses Pinterest-Video. Die hübschen Hände, die in Null Komma Nichts die Blumentöpfe lackieren. Dann ganz easy übereinander stellen. Zum Schluss schön Bepflanzen und fertig war der absolute Hingucker auf dem Balkon. Mit einer Leichtigkeit und Eleganz erarbeitet, haste-nicht-gesehen. Dachte ich, das kannst du auch!

Kann ich nicht. Ich habe es versucht. Ich habe nicht nur den ganzen Tag dafür gebraucht, mein Ergebnis sah auch nur ganze 2 Minuten wirklich, wirklich toll aus… und dann hat sich mein vertikaler Pflanzenturm langsam aber beständig in die Horizontale geneigt.

Aber: Die Arbeit hat wirklich Spass gemacht und mit ein, zwei Tricks konnte ich mein Blumentürmchen retten. Meine Blumentöpfe waren ja bereits verschönert, wie hier nachzulesen ist, das hat mir schon mal einiges an Zeit eingespart.

Was du dafür brauchst:

  • Einen grossen Tontopf als Basis. Tief und schwer sollte er sein.
  • 4 kleine Tontöpfe mit einem Loch in der Mitte des Bodens.
  • Einen festen Stab.
    Der feste Stab ist Dreh- und Angelpunkt des Projekts. Ich hatte noch recht viele lange Bambusstöcke übrig. Von ihnen habe ich vier Stück mit einem festen Paketband zusammengebunden und dann senkrecht in die Erde gesteckt. Ich war der Ansicht, sind die Bambusstöcke nur tief genug in dem Topf drinnen, wäre das ausreichend. Ist es nicht! Optimal wäre also ein Stab, der auf einer Platte befestigt ist. So dass der Topf auf der Bodenplatte steht und der Stab durch das Loch am Boden des Topfes durchgeführt wird. Durch das Gewicht des Topfes kann der Stab dann sicher nicht kippen.

Und so funktioniert’s:

Um den Stab im grossen Topf zu befestigen, habe ich, wie oben bereits geschrieben, vier Bambusstöcke zusammen gebunden. Optimaler wäre der Stab mit einer Bodenplatte, auf den ich dann den Topf mit dem Loch im Boden durchführen und darauf stellen kann. Ich jedoch habe einfach nur eine Drainage gemacht, dann den Topf mit Erde aufgefüllt und den Stab bodentief und seitlich in den Topf gesteckt.

Anschliessend habe ich einen der kleineren Töpfe genommen und mit dem Loch voran durch den Stab geführt. Den Topf habe ich seitlich gekippt, so dass der Rand des Topfes den Stab berührt hat und den Topf dann mit Erde gefüllt.

Den nächsten der kleineren Töpfe habe ich erneut dem Loch voran durch den Stab geführt und auch wieder so, dass der Rand des Topfes am Stab anliegt. Nachdem ich auch diesen Topf mit Erde gefüllt habe, habe ich das ganze mit den verbliebenen Töpfen wiederholt.

Zwischen den Töpfen – da mir da die Sache mit dem Gleichgewicht schon nicht mehr ganz geheuer war – habe ich mit etwas Bastelleim versucht den Töpfen noch mehr Halt zu geben. Doch gehalten hat es leider nicht so gut…

Zu guter Letzt kam nach der ganzen Bastelei die Belohnung – das Pflanzen 🙂

Doch auch das war recht tricky – denn dadurch dass die Töpfe schräg stehen, hat man auf einmal viel weniger Platz für die Blümchen. Denn siehe da, nur weil der Topf schief ist, heisst das nicht, dass die Erdoberfläche ebenfalls schief sein wird.
Hier mein Learning: Es gibt so etwas, das nennt man Schwerkraft.
Und die bewirkt, dass spätestens beim Bewässern die Erde parallel zum Boden gerückt wird. In meinem Fall heisst das, die Erde schwimmt beim Giessen über den Topf hinaus…

Also sollte man unbedingt Pflanzen wählen die einen wesentlich kleineren Wurzelballen haben, wie die, die eigentlich in den Topf passen würden. Dann braucht man nicht so viel Erde und kann nach oben hin genügend Luft zum Giessen lassen.

 

Das Finish:

Nach dem Bepflanzen stand er da – mein prachtvoller vertikaler Pflanzenturm.
2 Minuten habe ich ihn bewundert und es leider verpasst von dieser perfekten Nachbildung ein Foto zu machen. Dann hat sich die Illusion der Perfektion langsam aber sicher angefangen zur Seite zu neigen. Ich habe versucht zu retten, was noch zu retten war und habe mich bemüht das – gefühlt – 10 Tonnen schwere Pflanzenungetüm so schnell wie möglich an die Wand zu rücken und dort noch zusätzlich zu befestigen. Seitdem hält er aber. Einen Sturm hat er jetzt noch nicht erlebt, aber auf meinem kleinen grünen Stadtbalkon im obersten Stock wird es nicht all zu lange dauern bis dahin.

Drückt mir die Daumen!

Mein Fazit jedoch ist: Für das erste Mal war es nicht schlecht und das Ergebnis ist auf jeden Fall sehr schön anzusehen. Das nächste Mal würde ich es sicher besser machen und definitiv eine Bodenplatte mit einbauen – wie unverwüstlich mein vertikaler Pflanzenturm jetzt ist, wird sich zeigen, doch er ist so hübsch anzuschauen, dass sich die Arbeit gelohnt hat. Wieder etwas gelernt!

Auf bald!
Sarah

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5 Gedanken zu “Vertikaler Pflanzenturm

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